Hallo an alle,
nochmal ein etwas chemisch angehauchtes Thema von mir, diesmal aber eine reine Umfrage, weil es mich gerade interessiert. ![]()
Wenn wir an "gute" 'Wasserwerte','', die auf ein sauberes Becken schließen lassen und damit ein gutes Klima für unsere Fische bieten denken, sieht das meistens so aus: 'Nitrat','' und Phosphat sollten am besten so gut wie nicht nachweisbar sein.
Diese Art von Philospohie mag den Fischen zuträglich sein, für Pflanzen ist sie alles andere als toll, das hab ich in meinem Becken bemerkt - nachdem die Reserven aufgebraucht waren ('NO3','' und PO4 können gespeichert werden) fingen die Pflanzen an zu zerfallen - und das schnell. Denn was für uns lästig ist, sind wichtige Nährstoffe für Pflanzen die sie in großem Umfang benötigen. Wegen genannter Probleme habe ich mich mal auf flowgrow ein klein bisschen in das Thema einzulesen versucht und mir brummt immer noch der Schädel, wenn ich nur dran denke.
Ich versuche das mal halbwegs zusammmenzufassen: Es gibt Makronährstoffe, von denen viel benötigt wird. Das sind Kohlenstoff, Sauerstoff, Wasserstoff, Nitrat, Phosphat, Kalium, Calcium und Magnesium.
Sauerstoff und Wasserstoff sind dabei allerdings recht uninteressant, denn die sind in der Regel mehr als genug vorhanden. Kalium, Calcium und Magnesium werden i.d.R. in ausreichenden Mengen durch das Leitungswasser zugeführt (können aber auch zum Problemfall werden, wenn im regionalen Wasser nicht oder kaum existent ---> Kalium in meinem Fall oder wenn entsalztes Wasser benutzt wird).
Kohlenstoff wird durch den Besatz (auch Pflanzen!) und die Bakterien im Filter produziert (Atmung). Nitrat wie Phosphat gelangen über das Futter ins Wasser, egal ob sie den Umweg über den Verdauungstrakt der Fische nehmen oder nicht, desweiteren werden sie durch Zersetzung von abgestorbenem Material wieder frei. Hier sind Mängel schon deutlich häufiger.
Dann gibt es noch Mikronährstoffe, dazu zählen Eisen, Kupfer, Zink, Mangan, Bor, Molybdän und Chlorid. Zwar sind die benötigten Mengen hier deutlich geringer, doch wirkt sich ein Mangel genauso verheerend wie einer der Makroelemente aus. Üblicherweise kann man sie alle bequem über Volldünger abdecken.
@Jörg hatte ja schonmal einen Thread aufgemacht, in dem er nach verschiedenen Düngern gefragt hatte, die ihr benutzt. Das möchte ich hier nicht (explizit), mich interessieren die konkreten Werte - eventuell mit einer kurzen Info, wie und ob ihr sie einstellt.
Ich fange einfach mal an:
Werte im Leitungswasser die relevant (für Pflanzen) sind:
Eisen: <0,02 Mangan: <0,005 Chlorid: 11,6 Nitrat: 1,3 Kalium: 1,8 Phosphat n.n Calcium: 35,0 Magnesium: 27,4
Anfangszeit Becken (die ersten zwei Monate): Nitrat kaum nachweisbar zwischen 0 und 1, Eisen nachdem ich bemerkt habe das die empfohlene Anfangsdosis vieeeel zu hoch war (0,6 mg/l) runter zwischen 0,1 und 0,2. Maßnahmen damals Eisenvolldünger (JBL Ferropol), sowie der Bodengrund (ebenfalls JBL) (der kein NO3 oder PO4 enthält und damit eigentich nur eine weitere Eisenversorgung ist). Pflanzenwuchs okay (wobei die Pflanzen erstmal auf submerse Blätter umstellen mussten).
Danach kam die CO2 Anlage dazu, Pflanzen wuchsen noch besser.
Im Dezember sind mir dann die starken Mangelerscheinungen der Pflanzen endlich mal aufgefallen, wie lange sie schon mangelten weiß ich nicht. Jedenfalls habe ich mir daraufhin einen NPK Dünger zugelegt (NPK Booster von Dennerle) und Nitrat auf 5mg/l eingestellt. Theoretisch ist dabei auch noch eine definierte Menge Kalium und Phosphat in Wasser gekommen, aber PO4 wird so schnell aufgenommen, dass es nicht messbar ist und Kalium hab ich keinen Test für. Ansonsten blieb alles beim alten. Pflanzenwuchs daraufhin vor allem bei den schnellwachsenden wieder besser.
Danach kamen noch Düngekugel á la selbstgemacht für die Echinodoren, die daraufhin nochmal ihr Wachstum steigerten.
Heute habe ich die Dosis NPK von 5mg/l Nitrat auf 10 mg/l Nitrat angehoben, weil bei mir diverse Algen rundgehen, die laut Flowgrow von zu wenig verfügbarem Nitrat herrühren bzw. einem Nährstoffungleichgewicht. Bin mal gespannt wies weitergeht.
Wie siehts bei euch und euren Pflanzen aus?
Liebe Grüße, Caro