Verschneiden von Wasser

Es gibt 5 Antworten in diesem Thema, welches 1.713 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (16. Dezember 2014 um 11:00) ist von chri.

  • Hallo ihr Lieben!

    es wird immer wahrscheinlicher, dass ich in absehbarer Zeit einen Kationenaustauscher bekomme. Deswegen mache ich mir langsam Gedanken, auf welche Werte ich das Wasser dann einstellen möchte. Aus dem Wasserhahn kommen die Werte KH 8-9, GH 10. Im Aquarium selber sinkt die GH dann noch ein bisschen, sodass beide etwa gleich bei 9 sind. Wenn ich den NPK Dünger dazugebe, sollte die GH allerdings wieder etwas steigen.

    Leider kann ich nicht viel über die 'Wasserwerte','' an den Naturstandorten der Knodus borki oder der Laetacara araguaiae finden. Es wird nur gesagt, dass sie aus Gebieten mit weichem Wasser stammen, die Haltung aber auch in härterem Wasser möglich ist. Allerdings würde ich beide auch gerne irgendwann mal züchten...

    Fürs erste würde ich sagen, dass die KH um ca. die Hälfte gesenkt werden soll. Nach und nach, versteht sich. Sprich, auf ca. 4 dKH°. Noch niedriger würde mir Muffensausen wegen einem eventuellen Säuresturz verursachen. Wobei ich nicht weiß, wie real diese Gefahr tatsächlich ist. In der Schule haben wir LW mit einer KH von 1 - 2, aber da hatten wir nie einen Säuresturz. Vielleicht kann unser neuer Wasserchemiker da etwas zu schreiben?

    Wie hoch die GH im Endeffekt sein wird, kann ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen. Die absoluten Pro-Pflanzen Aquarianer empfehlen 15 - 20mg/l an 'Nitrat','', was zu einer recht hohen GH führen dürfte. Ich werde schauen müssen, wie viele Nährstoffe meine Pflanzen tatsächlich brauchen.

    Panscht irgendwer von euch noch mit Wasser rum oder müssen die Fische nehmen was auf den Teller *hust* ich meine ins Aquarium kommt?

    Liebe Grüße, Caro

  • Hi Caro,

    Deine Laetacara dürften sich bei Deinen Wasserwerten sicher nachziehen lassen, sofern es keine Wildfänge sind. Ich hatte sowohl Laetacara curviceps als auch L. dorsiger in Wasser mit einer KH von 6 und GH 10 nachgezogen. Nur für die Salmler dürfte es wohl deutlich weicher sein, aber die müsstest Du eh in einem Zuchtbecken ansetzen. Da würde ein 40 l Becken wohl ausreichen, und da könntest ggf. mit einer Mischung aus Regen- und Leitungswasser auf Deine Werte kommen oder Du verwendest destilliertes Wasser zum Panschen ;)

    Ich habe in meiner Diskuszeit so viele Hektoliter wasser aufbereitet, dass ich mir das nicht wieder antun würde. Deshalb richtet sich bei mir der Besatz mittlerweile nach den Wasserwerten.

    Viele Grüße

    Tino

  • Hallo,

    Ein Kationenaustauscher ersetzt alle Salze im Wasser durch deren Säuren.
    Also z.B. Sulfat wird Schwefelsäure, 'Nitrat','' wird Salpetersäure, Karbonat und Bikarbonate werden zu Kohlensäure.

    Nach einem Kationenaustauscher hat man also fast destilliertes Wasser welches größere Mengen Säuren enthält.

    Waren im Ausgangswasser fast nur Karbonate und Bikarbonate (wie bei dir), dann entsteht fast nur Kohlensäure - und die lässt sich durch langes belüften langsam austreiben. Die wenige restliche Säure kann mit etwas Ausgangswasser (mit KH) wieder gepuffert werden zu einem 'pH','' etwas über 7 z.B. Bei dir bietet sich an das Wasser nach Austauscher etwa 1 zu 1 mit dem Ausgangswasser zu mischen.

    KH 4 halte ich persönlich für OK und die Gefahr von pH-Veränderungen ist noch relativ gering. Viele haben auch große Aquarien mit KH2. Große Aquarien sind da oft stabiler. Säuresturz habe ich schon mehrere Male erlebt und gemessen. Meist in der Früh wenn die Pflanzen selber CO2 abgeben und zusätzlich den pH senken. Und meist (eigentlich nur) bei Weihwasserfischen mit geringer KH. Oft bekommen wir es nicht mit, weil die Fische es gerade noch überleben - oder auch nicht, nur wenn wir munter werden und messen ist der pH ja schon wieder OK.

    Nicht nur die Absenkung des pH bei geringer KH ist möglich - auch der massive Anstieg des pH bei wenig KH ist möglich (und konnte ich auch schon beobachten/messen). Wie geht das: bei gut bepflanzten Aquarien und sehr starker Beleuchtung holen sich die Pflanzen einmal alles freie CO2 (und heben geringfügig den pH). Ist das freie CO2 aufgebraucht, dann holen sich die Pflanzen auch das CO2 aus den gelösten Bikarbonaten (der KH). Die KH sinkt bis auf null - und über bleibt Kalk! Das bewirkt wieder einen pH-Anstieg bis 10 und 11.

    Also in beiden Richtungen ist ein etwas besser gepuffertes (mit KH) Aquarienwasser von Vorteil.
    Bei der Zucht gelten wieder ganz andere Regeln - da sind oft gezielt eingestellte Werte für kürzere Zeit und meist nicht mit den Einflussfaktoren aus Filterung, Bepflanzung und Licht.

    Zur Gesamthärte: Jeder Stoff der mit Magnesium oder Calcium beginnt bildet GH. Das Heißt Nitrat alleine bildet keinerlei messbare Gesamthärte. Es sei denn es wird aus Verbindungen mit Calcium oder Magnesium gebildet - und das wird es bei den angebotenen Düngern nicht.
    Einen Anstieg des Salzgehaltes kann man mit der GH-Messung alleine nicht bestimmen. Entweder man misst die andern Salze auch (Nitrat, Chlorid, Phosphat etc.) oder man beurteilt das Wasser nach der Leitfähigkeit.

    mfG Anton Gabriel

    PS: ich bin Elektrotechniker - nur Hobbychemikus ;-)

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